Grundsätze meiner Arbeit

Innere Glaubenssätze und Annahmen über unser Leben - darüber, wer wir sind, wer die anderen sind und wie wir in Beziehung zueinander stehen - zeigen sich äußerlich in dem, was uns in unserem Leben widerfährt, welche Beziehungen wir führen und auch in unserer Kommunikation mit anderen.

 

Daher ist es sinnvoll, sich mit seinen eigenen (Kommunikations)Mustern zu beschäftigen, denn sie sind die äußeren Anzeichen unserer inneren Prozesse. Indem wir im Außen hinsehen, bekommen wir wichtige Hinweise auf das, was innerlich vor sich geht und können so besser entscheiden, ob und was wir wie verändern wollen. Dies geht über eine reine Vermittlung von (kommunikativen) Techniken hinaus, sondern verlangt nach einem ganzheitlichen Konzept, das systemisch und multidimensional vorgeht. 

Das Leben bietet uns zahlreiche Chancen, zu reifen und uns zu entfalten. Probleme, Schwierigkeiten und Hindernisse sind Möglichkeiten für Reifungsschritte hin zu einem verantwortungsbewussten, freudvollen und sinnhaften Leben. Doch wirklich gelingen kann die Entwicklung nur, wenn wir uns diesen Prozessen stellen. 

 

Dann haben wir die Möglichkeit, ein ganzes, ein integriertes Leben zu leben, das unseren Kompetenzen und Bedürfnissen gerecht wird und in dem wir uns als höhere, selbstbestimmte, kreative und gestaltende Wesen wahrnehmen und mit höheren Ebenen des Seins verbinden können - kurz: unser Potenzial als Individuum und als Spezies voll entfalten können. Bei vielen dieser Prozesse und Reifungsschritte ist Kommunikation mit uns selbst und anderen ein wesentliches Element. Daher ist die Beobachtung von und die Arbeit an der eigenen Kommunikation ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses.

Ein wesentlicher Punkt für die Entfaltung unseres Potenzials ist der bewusste Umgang mit unseren Gefühlen und Ängsten. Dazu ist es nötig, emotional zu reifen, so dass wir nicht (immer), wenn Situationen bedrohlich oder stressig werden, emotional reaktiv handeln (müssen). Dies bedeutet nicht, die eigenen Emotionen zu verdrängen, sondern es ist die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann, wo und mit wem wir unsere Emotionen ausleben. In schwierigen Situationen weiterhin rational zu denken, die eigenen Gefühle nicht an anderen ausagieren müssen und auch unter dem Druck von anderen genau zu wissen, wer man ist und welche Position man vertritt, ist das Kennzeichen einer hohen Differenzierung. 

 

Sich nicht verlieren zu müssen in den eigenen Gefühlen, führt zu einer größeren Freiheit zu wählen, was man tun will und vergrößert damit die Zahl der möglichen Handlungsoptionen und hilft, Gefühle der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins zu bewältigen. Dies wirkt sich auch auf die Kommunikation aus, die eine höhere Chance erhält zu gelingen. Das Unterdrücken von Ängsten und anderen Gefühlen führt hingegen zu einer Verfestigung und damit zu einer Einschränkung unserer Handlungsoptionen und somit zu mehr Projektionen. 

Unsere Kommunikationsmuster sind wesentlich durch unsere Herkunftsfamilie, vor allem durch die Beziehung zu Mutter und Vater (bzw. analogen Bezugspersonen) geprägt. Die Aufdeckung dieser Muster kann helfen, unangemessene Kommunikationsmuster zu entdecken, zu verändern und zu überwinden. Somit können passendere Kommunikationsmuster gefunden werden, die besser an die aktuelle Realität angepasst sind. 

Unsere Gesellschaft und Erziehung richtet sich vor allem darauf, andere Menschen zu Objekten zu machen. Daher sind auch unsere Interaktionen und unsere Kommunikation durch Projektionen und gegenseitiges Objektifizieren geprägt. Projektionen verzerren die Kommunikation und führen dazu, dass man sich eher mit dem Anderen als mit sich selbst auseinandersetzt. Angstvolle Kommunikation fördert diese Projektionen und die Projektionen erhöhen wiederum das Angstlevel. 

 

Wir müssen sowohl uns wieder zum Subjekt machen - unsere Würde zurückerobern - als auch anderen Menschen ihre Würde zugestehen bzw. sie dabei unterstützen ihre Würde wiederzuentdecken. Die eigene Subjekthaftigkeit in sich und anderen zu erkennen und zu bezeugen, ist das Ziel einer in diesem Sinn gelingenden Kommunikation. Projektionsreiche, angstbesetzte Kommunikation wird so ersetzt durch subjekthafte, lebendig machende Kommunikation. Nur so können wir unser volles Potenzial als freie, selbstbestimmte, kreative und gestaltende höhere Wesen nutzen

Nichts ist unverzeihlich, nichts ist jemals zu spät, da wir immer die freie Wahl haben uns selbst als Subjekt anzuerkennen und auch andere als Subjekte zu sehen. Dadurch ist ein Aufbrechen der Projektionen und Objektifizierungen sowie eine Verbesserung der Kommunikation und Interaktion möglich, auch wenn diese über Jahre oder Jahrzehnte verfestigt wurde.

Kommunikation erfolgt nicht nur auf der verbalen, nonverbalen und paraverbalen Ebene, sondern auch über Hormone und Duftstoffe, die unser Körper freisetzt, Gehirnwellen, Schwingungen, Elementarteilchen, Licht sowie die innere Haltung.