Grundsätze meiner Arbeit


Der Anfang: Modelle

 Während meines Studiums lernte ich viele Modelle kennen, die Menschen dabei helfen sollen, ihre Kommunikation zu analysieren und damit zu verstehen: das 4-Ohren-Modell, das Johari-Fenster, das Sender-Empfänger-Modell, das Situationsmodell, die Transaktionsanalyse, die Axiome nach Watzlawick und viele mehr. Die Modelle wurden mir in Vorlesungen und Seminaren vermittelt und in meinen Prüfungen abgefragt. Sie schienen mir das Wichtigste zu sein, was ich über Kommunikation und Verhalten wissen konnte. Je mehr Modelle ich kannte, desto besser war ich als Trainerin, Beraterin und Coach.

 

Dies ist bis heute der Ansatz in der Aus- und Weiterbildung von Menschen, die Kommunikation und Rhetorik sowie weitere Soft Skills irgendwann einmal lehren sollen. Es ist auch der Ansatz für die Menschen, die an solchen Weiterbildungen teilnehmen, um damit einen bestimmten Aspekt ihres Lebens zu verändern. 

Als ich 2005 begann, meine ersten Kurse zu geben, lehrte ich also genau das, was mir auch beigebracht wurde. Ich zeigte meinen Teilnehmern eine Vielzahl von Modellen, wir analysierten Beispielsätze und ich fragte diese Modelle in von mir durchgeführten Prüfungen ab. 

 

Doch ich merkte, dass dieses ganze Wissen, die ganzen ausgefeilten Theorien und Schaubilder den Menschen nicht half, ihre Kommunikation wirklich zu verändern, geschweige denn zu verbessern. Und ich fragte mich, woran das lag.

Doch was sollte ich tun? Alle Kollegen unterrichteten so, ich hatte es von meinen Dozenten so gelernt, alle Bücher über Kommunikation wiederholten dieselben Modelle. Niemand schien diese Form in Frage zu stellen. Warum also sollte ich es tun?

Neuorientierung

 Doch wie es so ist im Leben: wenn man fragt, werden einem Antworten gegeben. Und so entdeckte ich neue Disziplinen, in denen ich sehr rasch andere Antworten als die mir bekannten fand. Ich begann, diesen Wegen nachzugehen und folgte den Forschern der Neurobiologie, der Quantenphysik, der Neuropsychologie, der Psychoneuroendokrinologie, der Wahrnehmungspsychologie und verschiedenen Weisheitslehren. Ich las Bücher über die Zusammenhänge zwischen Gehirnfunktionen, Hormonen, Verhalten und Kommunikation. Ich begann, meine Definition von Kommunikation zu verändern. Und langsam aber sicher auch meine Definition von Training und Coaching. Noch war es noch nicht soweit, dass ich meine Schulungen angepasst hätte. Aber der Prozess war nicht mehr aufzuhalten. 

 

Die ersten Veränderungen in meinen Veranstaltungen begannen mit für mich vertrauten Methoden. Im Studium hatte ich mehrere Entspannungstechniken gelernt und diese auch in Kursen unterrichtet. Außerdem beschäftigte ich mich für mich selbst mit Meditation. Diese Formen baute ich in meine Trainings ein und sie sind bis heute fester Bestandteil davon. 

 

 Viele meiner Teilnehmer waren kritisch, warum sie bei mir meditieren und lernen, sich auf sich selbst zu besinnen. Einige haben sich auch aus den Übungen rausgezogen und wollten lieber einfache Antworten auf komplexe Fragen von mir. Und auch ich selbst war immer wieder kritisch, habe weiter gelesen, gelernt und nachjustiert. 

 

Je mehr ich las, je mehr ich sah und beobachtete, dass mein Ansatz den Menschen tatsächlich half, desto mehr konnte ich das dahinterliegende Muster erkennen, desto klarer wurde mir, wohin der Weg geht. Und desto stärker wurde mein Fundament aus Erfahrungen kombiniert mit Wissen. 

 

Ich überlegte, wie ich diese neue Art, Lernprozesse und Veränderungen zu ermöglichen nennen könnte. Aus meinem Lateinunterricht fiel mir das Wort „Auxilium“ ein. Es bedeutet nicht nur Hilfe oder Unterstützung, sondern besitzt auch den Bedeutungsaspekt des „Wind unter die Flügel geben“. Meine Teilnehmer gaben mir genau dieses Feedback und auch ich hatte das starke Gefühl, dass dies genau war, was ich tat. Ich wollte keine „klassischen Weiterbildungen“ mehr anbieten, in denen ich theoretische Modelle lehrte, die ich mit ein paar praktischen Übungen würzte. Ich wollte wirklich Nützliches vermitteln und die Menschen dabei unterstützen, ihren eigenen, für sie perfekten Weg zu finden.

 

Ich begann also, mein Angebot umzustellen und anzupassen. Ich übernahm Übungen, die mir sinnvoll erschienen, und dachte mir eigene Methoden aus. Ich wollte etwas erschaffen, das nicht nur meine Klienten als Mensch erfüllte, sondern auch mich. Ein Angebot, das frei und authentisch ist, das für mich und meine Klienten sinnstiftend ist. 

Heute: Wahrnehmung und Erfahrungen

 

Inzwischen unterstütze ich meine Teilnehmer dabei, aus ihren Erfahrungen zu lernen, ihr Lebensthema zu finden und konstruktiv zu nutzen, die Herausforderungen, die das Leben ihnen stellt, zu überwinden. Nicht mehr dabei, mehr theoretisches Wissen in den Kopf zu bekommen oder ihnen zu sagen, was sie tun sollen. So können sie in kritischen Situationen selbst handeln und ihre Erkenntnisse auf immer neue Situationen in ihrem Leben anwenden.

 

Doch Modelle, die Anzahl des theoretischen Wissens, das in einem Seminar vermittelt wird, die inhaltlichen Punkte, die auf einem Teilnahmezertifikat stehen, sind für viele Menschen immer noch das Qualitätsmerkmal für Weiterbildungen. 

 

Aber es sind nicht diese Dinge, die uns (losgelöst von unserem Alltag und unseren Erfahrungen) am meisten helfen. Und es ist auch ein Irrglaube, dass mir das Aufsagen von möglichst vielen Modellen irgendetwas in meiner alltäglichen Kommunikation oder bei der Bewältigung meiner Herausforderungen hilft. Modelle und theoretisches Wissen sind kein Allheilmittel und sie bleiben wirkungslos, wenn sie keinen Bezug zum Alltagsleben haben. 

 

Ich biete weiterhin Trainings, Workshops, Webinare und Coachings an, doch meine Definition hat sich weiterentwickelt. Ich schaffe mit meinen Angeboten Wege, die eigenen Möglichkeiten zu erkunden und alte Verhaltensweisen zu verändern. Ich glaube, dass das Potenzial für ein erfülltes, authentisches und somit auch glückliches und erfolgreiches Leben in jedem Menschen angelegt ist. Dass wir alle mit dem, was wir mitbringen, genug sind, wenn wir es denn entwickeln und nutzen. Lernen bedeutet, den Dingen Aufmerksamkeit zu schenken und unsere Erfahrungen bewusst zu verarbeiten. Ich zeige Ihnen, wie sie das tun können.

Glaubenssätze

Innere Glaubenssätze und Annahmen über unser Leben - darüber, wer wir sind, wer die anderen sind und wie wir in Beziehung zueinander stehen - zeigen sich äußerlich in dem, was uns in unserem Leben widerfährt, welche Beziehungen wir führen und auch in unserer Kommunikation mit anderen.

Unsere Muster

Daher ist es sinnvoll, sich mit seinen eigenen (Kommunikations)Mustern zu beschäftigen, denn sie sind die äußeren Anzeichen unserer inneren Prozesse. Indem wir im Außen hinsehen, bekommen wir wichtige Hinweise auf das, was innerlich vor sich geht und können so besser entscheiden, ob und was wir wie verändern wollen. Dies geht über eine reine Vermittlung von (kommunikativen) Techniken hinaus, sondern verlangt nach einem ganzheitlichen Konzept, das systemisch und multidimensional vorgeht. 

Lebensthemen

Das Leben bietet uns zahlreiche Chancen, zu reifen und uns zu entfalten. Probleme, Schwierigkeiten und Hindernisse sind Möglichkeiten für Reifungsschritte hin zu einem verantwortungsbewussten, freudvollen und sinnhaften Leben. Doch wirklich gelingen kann die Entwicklung nur, wenn wir uns diesen Prozessen stellen. 

 

Dann haben wir die Möglichkeit, ein ganzes, ein integriertes Leben zu leben, das unseren Kompetenzen und Bedürfnissen gerecht wird und in dem wir uns als höhere, selbstbestimmte, kreative und gestaltende Wesen wahrnehmen und mit höheren Ebenen des Seins verbinden können - kurz: unser Potenzial als Individuum und als Spezies voll entfalten können. Bei vielen dieser Prozesse und Reifungsschritte ist Kommunikation mit uns selbst und anderen ein wesentliches Element. Daher ist die Beobachtung von und die Arbeit an der eigenen Kommunikation ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses.

Emotionale Reife

Ein wesentlicher Punkt für die Entfaltung unseres Potenzials ist der bewusste Umgang mit unseren Gefühlen und Ängsten. Dazu ist es nötig, emotional zu reifen, so dass wir nicht (immer), wenn Situationen bedrohlich oder stressig werden, emotional reaktiv handeln (müssen). Dies bedeutet nicht, die eigenen Emotionen zu verdrängen, sondern es ist die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann, wo und mit wem wir unsere Emotionen ausleben. In schwierigen Situationen weiterhin rational zu denken, die eigenen Gefühle nicht an anderen ausagieren müssen und auch unter dem Druck von anderen genau zu wissen, wer man ist und welche Position man vertritt, ist das Kennzeichen einer hohen Differenzierung. 

 

Sich nicht verlieren zu müssen in den eigenen Gefühlen, führt zu einer größeren Freiheit zu wählen, was man tun will und vergrößert damit die Zahl der möglichen Handlungsoptionen und hilft, Gefühle der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins zu bewältigen. Dies wirkt sich auch auf die Kommunikation aus, die eine höhere Chance erhält zu gelingen. Das Unterdrücken von Ängsten und anderen Gefühlen führt hingegen zu einer Verfestigung und damit zu einer Einschränkung unserer Handlungsoptionen und somit zu mehr Projektionen. 

Unsere Kommunikationsmuster sind wesentlich durch unsere Herkunftsfamilie, vor allem durch die Beziehung zu Mutter und Vater (bzw. analogen Bezugspersonen) geprägt. Die Aufdeckung dieser Muster kann helfen, unangemessene Kommunikationsmuster zu entdecken, zu verändern und zu überwinden. Somit können passendere Kommunikationsmuster gefunden werden, die besser an die aktuelle Realität angepasst sind. 

Subjekt werden

Unsere Gesellschaft und Erziehung richtet sich vor allem darauf, andere Menschen zu Objekten zu machen. Daher sind auch unsere Interaktionen und unsere Kommunikation durch Projektionen und gegenseitiges Objektifizieren geprägt. Projektionen verzerren die Kommunikation und führen dazu, dass man sich eher mit dem Anderen als mit sich selbst auseinandersetzt. Angstvolle Kommunikation fördert diese Projektionen und die Projektionen erhöhen wiederum das Angstlevel. 

 

Wir müssen sowohl uns wieder zum Subjekt machen - unsere Würde zurückerobern - als auch anderen Menschen ihre Würde zugestehen bzw. sie dabei unterstützen ihre Würde wiederzuentdecken. Die eigene Subjekthaftigkeit in sich und anderen zu erkennen und zu bezeugen, ist das Ziel einer in diesem Sinn gelingenden Kommunikation. Projektionsreiche, angstbesetzte Kommunikation wird so ersetzt durch subjekthafte, lebendig machende Kommunikation. Nur so können wir unser volles Potenzial als freie, selbstbestimmte, kreative und gestaltende höhere Wesen nutzen

Nichts ist unverzeihlich, nichts ist jemals zu spät, da wir immer die freie Wahl haben uns selbst als Subjekt anzuerkennen und auch andere als Subjekte zu sehen. Dadurch ist ein Aufbrechen der Projektionen und Objektifizierungen sowie eine Verbesserung der Kommunikation und Interaktion möglich, auch wenn diese über Jahre oder Jahrzehnte verfestigt wurde.

Was ist Kommunikation?

Kommunikation erfolgt nicht nur auf der verbalen, nonverbalen und paraverbalen Ebene, sondern auch über Hormone und Duftstoffe, die unser Körper freisetzt, Gehirnwellen, Schwingungen, Elementarteilchen, Licht sowie die innere Haltung.